14
Jun
2007

Eine Tupperwareparty mit Fahrt in die Hölle



Wie kann man sich auf einen stinknormalen Tag eigentlich so freuen?
Dreizehnter Oktober, dreizehnter Oktober. Eigentlich ist für heute eh nichts Spezielles geplant. Eine Einladung zu einer Tupperwareparty bei Kerstin, einer Dresserin vom Theater halt. Aber als ob ich eine Vorahnung hätte, dass dieser Tag was ganz Entscheidendes für mich werden soll, freue ich mich schon seit Wochen darauf wie ein kleines Kind auf Weihnachten..
>>19 Uhr vor dem Kebab Stand>> so hatte ich es mit Daniela ausgemacht.
Daniela ist ebenfalls eine Dresserin beim Theater und sie wollte unbedingt mit mir mitfahren.
Gerade erfreut darüber bin ich nicht. Daniela ist zwar ganz nett, aber irgendwie ist sie mit ihren 20 Jahren auch kindisch und beim Gedanken daran, sie eine Stunde lang durch die Gegend zu kutschieren bin ich nicht gerade glücklich.
Aber was solls, ich bin ja ein höflicher Mensch!

Ich bin Musicaldarsteller und lebe als Untermieter bei einer ganz lieben Frau- Ursula- die eigentlich wenn überhaupt nur am Wochenende zu Hause ist, ansonsten lebt sie in München. Ihr Häuschen ist süß, ruhig gelegen, klein aber fein mit Garten und mitten in einer Reihenhaussiedlung.
Zurzeit arbeite ich beim Musical "Ludwig II" in Füssen, das liegt im Allgäu.
Das Musical an sich ist nicht wirklich der Hit, aber es ist mein erstes Engagement nach meiner 4 jährigen Ausbildung. Die Gage stimmt und meine Kollegen sind mir richtig ans Herz gewachsen.
Sicher spielt es auch eine Rolle, dass Füssen ziemlich abgelegen vom Rest der Welt ist. Hier hat man viel weniger Möglichkeiten neue Leute kennenzulernen und dementsprechend ist das Verhältnis zu den andern Darstellern auch viel intimer.

Heute Montag ist Ursula zu Hause. Voller Tatendrang mache ich mich schick, verabschiede mich kurz von Ursula und dann nichts wie ab zum Kebab Stand.

Sieben ist schon vorbei und von Daniela immer noch keine Spur. Nunja das ist halt so bei den Künstlern und Theatermenschen, wirklich pünktlich sind die nie! Also parke ich mein Auto an der Straßenseite, rauche noch schnell eine Zigarette und warte bis Daniela endlich um die Ecke steuert.
Keuchend erklärt sie mir, dass eigentlich auch mein Darstellerkollege Ingo vorgehabt hatte mit uns mitzufahren, aber dann doch anders entschied. Sein Glück wie sich später herausstellen wird.
Wir fahren also um etwa 19 Uhr 15 endlich los und ich drehe das Radio laut, damit ich möglichst wenig mit Daniela plaudern muss.

fragt sie mich als ich schon fast auf halber Strecke bin.


Vielleicht hätte ich den Weg ja wirklich auf Anhieb gefunden, aber die Strecke ist voller Baustellen und wir werden so wirr umgeleitet, dass ich völlig die Orientierung verliere.

Daniela ruft also noch mal kurz vom Handy aus bei Kerstin an.
Kerstins Mann Marco antwortet und ich höre ihn laut lachen als Michaela ihm erklärt, dass wir uns verirrt haben.

meint er bloß

Fünfzehn Minuten später irren wir noch immer irgendwo mitten auf dem Land herum.
meint Daniela plötzlich.

antwortet sie

Aber ich habe es mir nun mal in den Kopf gesetzt mich zu vergewissern.
Die Bundesstrasse führt einen kleinen Hügel hinunter, die Strasse ist breit und übersichtlich und auch sonst ist es noch einigermaßen hell so dass man gut sehen kann.
Rechts zweigt ein kleiner Feldweg von der Hauptstrasse ab...in diesen biege ich rückwärts ein...der übliche Blick nach rechts ok alles frei dann nach links ...aha da kommt einer den Hügel runter aber ich schaff es schon zu wenden, denn sobald er mein Manöver erkennt wird er sicher Rücksicht nehmen.
Ich fahre also zurück auf die Strasse als Daniela plötzlich aufschreit. Zuerst blicke ich sie verdutzt an dann folge ich ihrem verängstigten Blick Richtung Hügel hoch und bemerke nur noch, dass zwei grelle Scheinwerfer rasend schnell auf meine Fahrerseite zuschiessen.
Instinktiv werfe ich mich mit dem Oberkörper auf die Beifahrerseite rüber.
Es folgt ein irrer Knall, Glas zersplittert, das Auto wird herumgeschleudert, prallt nochmals hart irgendwo auf und dann ist einfach nur noch Stille.


to be continued
Der Wille versetzt Berge

Von der Showbühne in den Rollstuhl und zurück

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